Ja, ein Windstopper kann gleichzeitig als Brandschutzschicht dienen, aber nur dann, wenn das verwendete Material nicht brennbar ist und die entsprechenden Brandschutzklassen erfüllt. Herkömmliche Windschutzfolien aus Kunststoff oder Vlies brennen und scheiden daher als Brandschutzmaßnahme aus. MgO-Platten (Magnesiumoxid) vereinen beide Funktionen in einem einzigen Bauteil. Die folgenden Abschnitte beleuchten, welche Materialien geeignet sind, wie lange sie einem Brand standhalten und welche Vorteile ein kombinierter Schutz bietet.

Was unterscheidet einen Windstopper von einer Brandschutzschicht?

Ein Windstopper schützt die Gebäudehülle vor Wind, Regen und Feuchtigkeitseintrag, während eine Brandschutzschicht die Ausbreitung von Feuer und Rauch verlangsamt oder verhindert. Beide Schichten erfüllen also unterschiedliche bauphysikalische Aufgaben, können aber bei geeignetem Material in einem einzigen Bauteil kombiniert werden.

Klassische Windstopperfolien aus Polyethylen oder anderen Kunststoffen sind dampfdurchlässig und wetterfest, bieten jedoch keinen Beitrag zum Brandschutz. Im Gegenteil: Sie können im Brandfall die Flammenausbreitung sogar begünstigen. Eine Brandschutzschicht hingegen besteht aus nicht brennbaren Materialien wie Mineralwolle, Kalziumsilikat oder Magnesiumoxid, die nach der europäischen Norm in die Baustoffklasse A1 eingestuft sind.

Der entscheidende Unterschied liegt also im Material und seiner Reaktion auf Feuer. Damit ein Windstopper auch als Brandschutzschicht anerkannt wird, muss er nicht nur mechanisch stabil und wetterfest sein, sondern auch zertifiziert nicht brennbar sein. Nur wenige Produkte auf dem Markt erfüllen beide Anforderungen gleichzeitig.

Welche Materialien sind für einen brandsicheren Windstopper geeignet?

Für einen Windstopper mit zertifiziertem Brandschutz kommen ausschließlich mineralische und anorganische Materialien infrage, die in die Baustoffklasse A1 eingestuft sind. Dazu zählen vor allem Magnesiumoxidplatten (MgO), Kalziumsilikatplatten und zementgebundene Spanplatten.

MgO-Platten haben sich in der Praxis besonders bewährt, weil sie mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen:

Kunststoffbasierte Windschutzprodukte wie PE-Folien oder bituminöse Bahnen sind für einen Brandschutz grundsätzlich ungeeignet. Sie schmelzen oder brennen und können die Feuerwiderstandsdauer einer Fassadenkonstruktion erheblich verkürzen. Wer eine hinterlüftete Fassade mit Brandschutzanforderungen plant, sollte ausschließlich auf mineralische Hartfaserplatten setzen.

Wie lange hält ein MgO-Windstopper einem Feuer stand?

Ein MgO-Windstopper aus Magnesiumoxid kann bei fachgerechtem Einbau einem Feuer je nach Konstruktion zwischen 60 und 90 Minuten standhalten. Die genaue Feuerwiderstandsdauer hängt von der Plattendicke, der Unterkonstruktion und dem Aufbau der gesamten Wandkonstruktion ab.

MgO-Platten erreichen die Baustoffklasse A1 nach europäischer Norm, das ist die höchste Klassifizierung für nicht brennbare Baustoffe. Das bedeutet: Das Material trägt nicht zur Brandlast bei und gibt im Brandfall weder Flammen noch Rauch ab.

Für die Feuerwiderstandsdauer sind folgende Faktoren relevant:

  1. Plattendicke: Dickere Platten (9 mm oder 12 mm) bieten eine höhere thermische Masse und verlangsamen die Wärmeübertragung stärker als dünnere Varianten (4 mm).
  2. Befestigungsart: Die Schraubenlänge beeinflusst das Brandverhalten. Zu kurze Schrauben können im Brandfall als Schwachpunkt wirken und die Konstruktion schwächen. Empfohlen wird daher eine Schraubenlänge vom Fünffachen der Plattendicke.
  3. Gesamtkonstruktion: Der Feuerwiderstand bezieht sich immer auf das gesamte Wandsystem, nicht nur auf die einzelne Platte. Die Wahl der Dämmung, der Unterkonstruktion und der Befestigungsmittel beeinflusst das Ergebnis.

Gemäß EN 1364-1:2015 kann eine korrekt ausgeführte MgO-Konstruktion einem Feuer länger als 60 Minuten widerstehen. Bei bestimmten Anwendungen sind sogar bis zu 90 Minuten Feuerwiderstand nachgewiesen.

Darf ein Windstopper in hinterlüfteten Fassaden als Brandschutz eingesetzt werden?

Ja, ein nicht brennbarer Windstopper aus MgO-Material darf in hinterlüfteten Fassadenkonstruktionen eingesetzt werden und erfüllt dort gleichzeitig eine Brandschutzfunktion. Voraussetzung ist, dass das Produkt die Baustoffklasse A1 aufweist und der gesamte Fassadenaufbau den geltenden Brandschutzvorschriften entspricht.

Hinterlüftete Fassaden stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz, weil der Luftspalt zwischen Dämmung und Außenverkleidung im Brandfall als Kamineffekt wirken kann. Eine nicht brennbare Windschutzplatte direkt hinter der Außenverkleidung unterbricht diesen Kamineffekt und verlangsamt die Brandausbreitung erheblich.

MgO-Platten eignen sich in dieser Position besonders gut, weil sie zusätzlich zur Brandschutzfunktion folgende Aufgaben übernehmen:

Sie schützen die dahinterliegende Dämmung vor Feuchtigkeit und Wind, verhindern Luftverluste aus dem Wandaufbau, sorgen für die notwendige Belüftung hinter der Fassadenverkleidung und bleiben auch bei hoher Luftfeuchtigkeit dauerhaft formstabil. Durch die graue Farbe der Paneele sind sie in den offenen Fugen weniger sichtbar, was ästhetisch vorteilhaft ist.

Wichtig: Die konkrete Zulässigkeit eines Windstoppers als Brandschutzmaßnahme hängt immer von den nationalen Bauvorschriften und der Zustimmung der zuständigen Baubehörde ab. Für Gebäude ab einer bestimmten Höhe gelten in Deutschland verschärfte Anforderungen an die Brandschutzklasse der Außenwandbekleidung.

Welche Vorteile hat ein kombinierter Wind- und Brandschutz gegenüber getrennten Schichten?

Ein kombinierter Wind- und Brandschutz in einer einzigen Platte reduziert den Materialaufwand, vereinfacht die Montage und senkt die Gesamtkosten der Fassadenkonstruktion. Statt zwei separate Schichten zu planen, zu liefern und einzubauen, reicht ein einziges Bauteil, das beide Anforderungen zuverlässig erfüllt.

Die Vorteile gegenüber getrennten Schichten zeigen sich in der Praxis auf mehreren Ebenen:

Beim Aufbau entfällt eine Schicht vollständig, was den Wandquerschnitt schlanker hält und Platz spart. Bei der Montage sind weniger Arbeitsschritte nötig, was die Bauzeit verkürzt. Beim Abdichten müssen bei einer MgO-Hartfaserplatte nur die horizontalen Nähte abgeklebt werden, während bei anderen Systemen auch die vertikalen Nähte abgedichtet werden müssen. Das halbiert die Abdichtungskosten im Vergleich zu manchen Konkurrenzprodukten.

Hinzu kommt ein Sicherheitsvorteil: Bei getrennten Schichten besteht das Risiko, dass eine der Schichten im Brandfall versagt oder sich ablöst. Eine einlagige Hartfaserplatte aus einem einzigen Material schließt Delamination aus, weil es keine Schichtgrenzen gibt, die sich unter Hitze oder Feuchtigkeit trennen könnten.

Auch für die Planung ist ein kombiniertes System einfacher: Architekten und Bauleiter müssen nur ein Produkt mit einem Zertifikat nachweisen, anstatt zwei separate Nachweise für Windschutz und Brandschutz zu führen.

Wie MAGOXX beim Windstopper-Brandschutz hilft

Wir bei MAGOXX haben die MAGOXX® Sturmsicherung speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen Windschutz und Brandschutz in einer einzigen Schicht gefragt sind. Die Hartfaserplatte aus Magnesiumoxid erfüllt die Baustoffklasse A1, ist CE-zertifiziert und in der niederländischen Nationalen Umweltdatenbank (NMD) aufgeführt.

Das bietet unsere Lösung konkret:

Wenn du für dein Projekt eine Windschutzlösung mit zertifiziertem Brandschutz suchst, sprich uns gerne an. Nimm jetzt Kontakt auf und wir helfen dir dabei, die richtige Lösung für deine Fassadenkonstruktion zu finden.